Zahnriemen für das Fahrrad - Noch nie gehört?

Jeder kennt die klassische Fahrrad-Kette. Und nun kommt der sogenannte Riemenantrieb und macht dieser Konkurrenz! Riemenantrieb? Was? 

 

Die Erfindung ist zwar nicht ganz neu aber gewinnt inzwischen immer mehr an Popularität. Ein Riemenantrieb besteht grundsätzlich aus einem Carbonfaserriemen, der über zwei Riemenscheiben läuft. Die Vorteile dieses Antriebs sprechen für sich – aber dazu später mehr. Kleine Abstriche muss der Riemen aber machen: Denn der Riemen kann nur auf speziell dafür vorbereitete Rahmen montiert werden und nicht in Kombination mit einer  “Kettenschaltung”, sondern nur als Singlespeed oder mit einer Nabenschaltung eingesetzt werden.  

 

Aber warum braucht man dafür einen speziellen Rahmen? 

 

Die spezielle Rahmen-Öffnung

Die Kurbel liegt außerhalb und das Ritzel (am Hinterrad) innerhalb des Fahrrad-Rahmens. Das macht es nicht möglich die Kurbel und das Ritzel mit einer vollständig geschlossenen Kette oder einem Riemen zu verbinden.

 

Die Fahrradkette lässt sich an jedem Kettenglied teilen und wieder zusammenfügen. Daher kann eine Kette problemlos bei jedem Rahmen verbaut werden. Der Riemen allerdings kommt immer geschlossen ab Werk und lässt sich nicht öffnen, was genau ein Merkmal für dessen Qualität, Stabilität und Langlebigkeit ist.

 

Für die meisten Zahnriemen ist es daher notwendig, den Fahrradrahmen öffnen zu können, damit der Riemen eingesetzt werden kann. Diese Öffnung stellt besondere Anforderungen an die Rahmenkonstruktion. Der Rahmen muss nach höchsten Qualitätsansprüchen hergestellt worden sein, damit er an dieser Stelle nicht verwindet. 

 

Die Vor- und Nachteile des Riemenantriebs

Wir möchten dir hier mal einige Vorteile aufzählen. 

  

#1 Geräuscharm

Die Eigenschaften eines Zahnriemens machen das Fahren fast geräuschlos.  So kannst du deine Umgebung und auch die Natur noch viel besser genießen! 

 

#2 Keine dreckigen Hosen und ölverschmierten Hände

Ein Gates Riemen benötigt kein Öl, um geschmeidig zu laufen. Damit gehören dreckige Hosenbeine der Geschichte an. 

 

#3 Wartungsarm

Der Riemenantrieb kann ganz easy mit Wasser gereinigt werden, wenn die letzte Tour mal etwas wilder war. Er benötigt weder einen Kettenreiniger noch Öl zum Schmieren. Eine Kette ohne Pflege hingegen würde dir sehr schnell böse sein. Nicht nur, dass du damit starken Antriebsverlust hast. Wer die Kette vernachlässigt, beschädigt neben der Kette auch das ganze Antriebssystem und macht den ganzen Fahrspass zunichte.

 

#4 Langlebigkeit

Selbst bei bester Pflege kommt die Kette nicht an die Lebensdauer eines Zahnriemen ran. Grob kann man sagen, dass ein Riemen bis zu 30.000 Kilometer hält, eine Kette um die 10.000 Kilometer. Natürlich liegt das auch immer an Faktoren wie Schmutz, Wetter und Pflege. Grob gilt die Faustformel, dass bei vergleichbaren Bedingungen ein Riemen rund zweieinhalb bis dreimal länger halten wird. 

 

Außerdem:

Durch die konstante Bewegung der Kette werden die Verbindungsbolzen zwischen den Kettengliedern im Laufe der Zeit kleiner geschliffen. Dadurch kommt es zu mehr Spiel in den Gelenken und somit über die Dauer zu einer Längung, die die Effizienz und den Wirkungsgrad des Systems insgesamt herabsetzt. Anders beim Riemen: Dieser kann sich nicht längen, da im Inneren Zugstränge aus Carbonfasern verlaufen.

 

#5 Gewicht

Es sind Nuancen, aber auch im Gewichtsvergleich siegt der Riemen über die Kette.

 

Nachteile: 

#1 Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten eines Zahnriemens sind höher. Was du dir allerdings sparen kannst sind Pflegeprodukte und Zeit, da der Riemen deutlich weniger Wartung benötigt und sich mit Wasser reinigen lässt.

 

#2 Die Kette hat den besseren Wirkungsgrad 

Der Riemen hat bei geringer Leistung (also langsames Treten) etwas mehr Effizienz-Verlust als eine gut laufende Kette. Für den Alltagsfahrer sind diese Unterschiede aber in der Regel nicht wirklich spürbar. Rollwiderstand, Reifendruck, Wind oder gänzlich ungepflegte Antriebe machen da viel mehr Kraftverlust aus. Alle, die jedoch länger und fester in die Pedalen treten (also mehr Leistung auf die Kurbel bringen) haben durch den Riemen weniger Effizienz-Verlust. Aber wie gesagt: All das ist für den Alltagsfahrer kaum spürbar.

 

Ob du dich für die Kette oder einen Riemenantrieb entscheidest bleibt natürlich dir überlassen. Unsere Rahmen machen einen Einbau jederzeit möglich. Auch nachträglich kann der Riemenantrieb bei unseren Bikes nachgerüstet werden. 

 

Für wen macht also ein Riemenantrieb Sinn?

Wir empfehlen den Zahnriemen für

 

  1. alle Vielfahrer. Aufgrund der längeren Lebensdauer. 
  2. alle faulen Säcke da draußen. Die einfach kein Bock haben ständig ihre Kette zu reinigen. Und die Zeit lieber auf dem Rad verbringen, als im Werkraum.
  3. alle Techies, die einfach das coolste Bike im Freundeskreis haben wollen. 
  4. alle Genießer, die in Stille durch die Natur radeln wollen.
  5. alle Lang-Hosen-Fahrrad-Fahrer. Das Gummi ums Hosenbein könnt ihr ab sofort Zuhause lassen. Sieht sowieso komisch aus.
  6. alle Businessleute. Siehe Punkt 5. Die Anzughose bleibt sauber. Sieht auch ziemlich cool aus mit dem Anzug zur Arbeit zu radeln! Kleiner Tipp am Rande: Wir haben übrigens coole Frontkörbe für die Aktentasche. 

Noch immer Unschlüssig?

Also hier nochmal alle Vor- und Nachteile aufgelistet. 

 

Vorteile

  1. Geräuscharm
  2. Fettfrei
  3. Pflegearm
  4. Langlebiger
  5. weniger Gewicht (kaum spürbar) 

Nachteile

  1. Höhere Anschaffungskosten
  2. Effizienz (kaum spürbar)

 

Solltest du noch immer nicht genau wissen was du benötigst oder unsicher sein, dann beraten wir dich gerne und beantworten deine offenen Fragen. Oder komm doch einfach mal persönlich vorbei! Meistens haben wir Aussteller im Store die du testfahren kannst. Um sicher zu gehen kannst du uns natürlich vorher kurz anrufen.

 

An alle Zahnriemen-Fahrer unter uns: Was haltet ihr vom Riemenantrieb? Hinterlasst uns doch gerne mal eure Meinung dazu. Mail uns!